Paralympics

Logo Paralympic Games 2016; Zeichnung: privat

Logo Paralympic Games 2016; Zeichnung: privat

Kaum sind die Olympischen Spiele vorbei, geht es in Rio de Janeiro sportlich weiter. Vom  7. – 18. September  finden in Brasilien die XV. Sommer-Paralympics statt. Bei den Paralympics treten Menschen mit geistiger oder   körperlicher Behinderung aus der ganzen Welt gegeneinander an.

 

Was heißt Paralympics?

Paralympische Sommerspiele gibt es schon seit 1960.                   

Ihren Namen haben sie vom griechischen Wort „para“, das heißt neben.  Die Paralympics oder Nebenspiele finden „neben“ den Hauptspielen der nicht behinderten Sportler statt.

Immer drei Wochen nach dem Ende der Olympischen Spiele beginnen die Paralympics. Normalerweise sind sie n der gleichen Stadt wie die Hauptspiele. Aber manchmal gibt es auch eine Ausnahme. 1984 fanden die Olympischen Spiele in der Stadt Sarajevo in Jugoslawien statt. Die Stadt Sarajevo hat es nicht geschafft, die Sportstadien so zu bauen, dass auch behinderte Sportler sie benutzen können. Deshalb fanden die Paralympics 1984 in der Stadt Innsbruck in Österreich statt.

Auch bei den Paralympics gibt es Sommer- und Winterspiele. Die ersten Paralympischen Winterspiele fanden 1976 in Schweden statt.

 

Geschichte der Paralympics

Die allerersten Sportspiele für behinderte Menschen gab es in England. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen viele verletzte Soldaten zurück nach Hause. Im Krieg haben viele Soldaten einen Arm oder ein Bein verloren oder sie waren gelähmt und konnten nicht mehr laufen. Für diese Menschen war es sehr schwer, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen.

Die Idee für die heutigen Paralympics hatte  der Arzt Ludwig Guttmann. Er betreute viele durch den Krieg verletzte Soldaten. Durch den Sport zeigte er ihnen, wie sie mit ihren Behinderungen leben können. 1948 veranstaltete er die „Stoke Mandeville Games“, ein Sportfest für Rollstuhlfahrer. Seinen Namen hat das Sportfest damals von dem Krankenhaus bekommen, in dem die verletzten Soldaten gepflegt wurden. 

Bogenschißen; Quelle: pixabay

Bogenschißen; Quelle: pixabay

Im ersten Jahr gab es nur die Sportart Bogenschießen. Aber schon da nahm sich Ludwig Guttmann vor:

Ich mache die „Stoke Mandeville Games“ zu einem   internationalen Sportfest mit vielen verschiedenen Sportarten.

Bis es so weit war, dauert es aber noch einige Jahre. Erst 1960 war es so weit. Nach den Olympischen Spielen in Rom gab es die ersten internationalen Paralympics. 400 Rollstuhlfahrer aus 21 Länder nahmen daran teil. Einige Jahr später durften auch Sportler, denen ein Bein oder ein Arm fehlte, Gehörlose und Sehbehinderte bei den Spielen mitmachen.

Rollstuhlbaseketball; Quelle: pixabay

Rollstuhlbaseketball; Quelle: pixabay

Im Jahr 2000 durften im australischen Sydney das erste Mal  Menschen mit einer geistigen Behinderung bei den Paralympics starten. Aber schon vier Jahre später wurde den geistig behinderten Sportlern die Teilnahme wieder verboten. Die Veranstalter der Paralympics hatten Angst, dass die Sportler mit einer körperlichen Behinderung den Sportlern mit einer geistigen Behinderung überlegen sein könnten. Dann wäre der Wettkampf nicht fair gewesen. Inzwischen hat man für dieses Problem eine Lösung gefunden. Seit London 2012 dürfen auch geistig behinderte Sportler bei den Paralympics starten.

 

Sportarten und Behinderungsklassen

Bei den Paralympics in Rio de Janeiro gibt es 22 verschiedenen Sportarten. Zu den Sportarten gehören Bogenschießen, Leichtathletik, Rollstuhltennis, Blindenfußball und noch vieles mehr. 

 

Blinde Läufer, Paralympics; Quelle: pixabay

Blinde Läufer, Paralympics; Quelle: pixabay

Blinde Sportler dürfen mit einem Helfer starten. Dieser Helfer ruft dem blinden Weitspringer zum Beispiel zu, wann der blinde Sportler abspringen muss. Bei allen Laufsportarten laufen der Helfer und der Blinde zusammen. Es zählt die Zeit des blinden Läufers. Der Blinde und sein Helfer, der Führungsläufer, haben beim Laufen ein Band in der Hand. Das Band zeigt dem blinden Läufer die Richtung.

Damit die Wettkämpfe fair sind, gibt es bei den Paralympics verschiedene Behinderungsklassen. Je nachdem, welche Behinderung ein Sportler hat und wie stark er von seiner Behinderung eingeschränkt ist, wird der Sportler in eine Klasse eingeteilt.

Beispiel Weitsprung:

Hier gibt es vier verschiedene Behinderungsklassen.

Klasse 1: Sportler, die schlecht sehen oder blind sind

Klasse 2: Sportler mit einer geistigen Behinderung

Klasse 3 Sportler mit einer Koordinationsbeeinträchtigung

Klasse 4: Sportler, denen ein Bein oder Arm fehlt und Sportler mit einer Prothese

In jeder der vier Klassen gibt es ein Punktesystem. Je schwerer die Behinderung ist, desto mehr Pluspunkte werden zum Ergebnis des Sportlers dazu gezählt.

Was heißt das genau?

Ein sehbehinderter Sportler springt 6,50 m, ein blinder Sportler springt auch 6,50 m weit. Wer hat gewonnen? Beide, weil sie gleich weit gesprungen sind? Nein! Gewonnen hat der blinde Sportler, weil er schwerer behindert ist und nur mit einem Helfer am Weitsprung teilnehmen kann.

 Text: Sonja; Bilder: wie angegeben

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