Pantomime JOMI

 

Das ist Josef Michael Kreuzer (JOMI).  

Er hat einen besonderen Beruf.

Er ist Pantomime.                                   

JOMI ist am 21.04.1952 in Bous im Saarland geboren. Mit 6 Monaten war JOMI krank. Er hatte eine Entzündung der Gehirnhaut. Dann war er gehörlos. JOMI hat die Gehörlosenschule in Lebach/Saar besucht und später die Gehörlosen-Realschule in Hamburg. Nach der Schule hat er eine Ausbildung als Zahntechniker gemacht.

Aber Jomi wollte Pantomime werden.

 

 

Das Bunte Blatt hat Jomi in Augsburg getroffen. Er hat dort am Förderzentrum Hören mit den gehörlosen Kindern einen Workshop gemacht.

 

Das Bunte Blatt hat Jomi viele Fragen gestellt.

 

Jomi, was ist Pantomime? Ist das wie ein Clown im Zirkus?“

Nein, Pantomime und Clown sind verschieden. Ich bin ein stummer Schauspieler. Ich arbeite mit meinem Körper. Ich spreche nicht, ich gebärde auch nicht. Ich mache mit meinem Körper Menschen nach. Dazu benutze ich Mimik und Gestik. Ich spiele Geschichten und Gefühle. Ein Pantomime braucht keine Sachen auf der Bühne. Er spielt nur mit seinem Körper.

 

Ein Clown spielt immer lustig und komisch. Ein Clown spricht und singt. Ein Clown spielt zum Beispiel mit einem Koffer oder einem Luftballon.

Ich zeige mit meinen Händen die Form eines Luftballons. Die Zuschauer können sich den Luftballon vorstellen. Ich zeige mit meinen Händen und mit meinem Gesicht, wie ich den Luftballon aufblase. Ich habe keinen Luftballon in der Hand, aber die Zuschauer können sich das trotzdem vorstellen.

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen Pantomime zu werden?

Wie haben sie Pantomime gelernt?

Haben Sie eine besondere Ausbildung gemacht?

 

In der Schule habe ich auch schon immer gerne pantomimisch gespielt. Ich reite auf einem Pferd mit dem Schwert (ohne Pferd und ohne Schwert).

In der Gehörlosen-Realschule in Hamburg hat eine Tanzlehrerin gesehen, dass ich mich sehr gut bewegen kann. Sie hat mich zur Tanzschule eingeladen.

Eines Tages hat mich die Tanzlehrerin zu einer Aufführung des sehr berühmten Pantomimen Marcel Marceau aus Paris eingeladen.

Dann habe ich gehört, dass Marcel Marceau eine Meisterschule in Paris eröffnet hat. Dort habe ich mich angemeldet.

Von 1978 bis 1981 habe ich an der Meisterschule „Ecole internationale de Mimodrame Marcel Marceau“ studiert. Ich habe eine Abschluss-Prüfung gemacht und bin jetzt Diplom-Pantomime.

Danach habe ich auch noch viele Weiterbildungen besucht.

 

Wie viele Stunden am Tag müssen Sie üben?

Für jeden Auftritt muss ich mich gut vorbereiten. Ich muss viel üben. Auch wenn ich etwas Neues einübe, dann brauche ich viel Zeit zum Überlegen, Ausarbeiten und Üben.

Ich habe mir schon über 50 Stücke überlegt.

Jeden Tag muss ich mindesten ½ Stunde Gymnastik machen, damit mein Körper fit und beweglich bleibt.

 

Wo haben Sie überall Aufführungen gemacht?

Sind Sie berühmt?

Ich war schon in sehr vielen Städten in Deutschland und auch schon in anderen Ländern.

Pantomime wird überall verstanden.

ich war schon in Amerika, in Mexiko, Brasilien, Jordanien, Georgien, Russland und noch in vielen anderen Ländern.

 

Jomi hat 1999 vom Bundespräsident Johannes Rau das Bundes-Verdienst-Kreuz bekommen.

 

 

Die gehörlosen Schüler am Förderzentrum Hören in Augsburg dürfen bei Ihnen einen Workshop machen. Was lernen Sie den Kindern?

Zuerst machen wir unseren Körper locker. Dann zeige ich Ihnen wie eine Schachtel aussieht. Wir zeigen die Form der Schachtel genau. Wir machen die Schachtel auf. In der Schachtel ist eine Banane. Wir essen die Banane.

Die Schüler müssen genau schauen und beobachten. Es soll alles ganz echt aussehen.

Am Ende dürfen alle sich noch selbst ein Stück ausdenken und vorführen.

 

Am nächsten Tag darf die ganze Schule noch eine Vorführung sehen. Was müssen Sie vor der Vorstellung alles machen? Wie schminken Sie Ihr Gesicht?

Kommt doch einfach mit und schaut mir zu.

 

   

  

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