Aschenputtel

Aschenputtel

(nach einem Märchen der Brüder Grimm)

Ein reicher Mann hatte eine Tochter. Die Tochter war sehr freundlich und wunderschön.
Sie hatte keine Mutter mehr. Die Mutter war gestorben.

Der Vater heiratete ein zweites Mal. Seine zweite Frau war sehr boshaft.
Sie hatte zwei Töchter. Diese Töchter waren genauso boshaft wie ihre Mutter.

Nach der Hochzeit fing für die freundliche, schöne Tochter eine schlimme Zeit an:
Sie musste die ganze Arbeit im Haus alleine machen. Die neue Frau und ihre Töchter machten keine Hausarbeit. Sie kauften sich dauernd neue Kleider und standen vor dem Spiegel. Sie wollten schön aussehen. Das schafften sie aber nicht, weil sie so hässlich waren.

Die schöne Tochter arbeitete den ganzen Tag lang. Und weil sie am Abend so müde war, legte sie sich neben den Kamin. Da hatte sie ihre Ruhe.
Aber es war auch sehr schmutzig dort. Alles war voll mit Asche. Auch das alte, zerrissene Kleid von dem Mädchen war voll mit Asche.
Deshalb nannten die Stiefschwestern das Mädchen „Aschenputtel“.

 

Eines Tages….

Die Familie bekommt einen Brief. Der Brief ist vom Prinzen aus dem Schloss. Der Prinz soll heiraten und sucht eine Frau. Deshalb lädt er alle jungen Frauen zu einem Ball ins Schloss ein.
Die Stiefschwestern gehen zum Ball.
Aber Aschenputtel darf nicht mitgehen.
Aschenputtel muss den Stiefschwestern die Haare kämmen, Schleifen in die Haare binden und die Gesichter schminken. Als die Stiefschwestern fertig angezogen sind, steigen sie in die Kutsche und fahren zum Schloss.
Aschenputtel ist traurig, weil sie nicht mitfahren darf. Aber sie hat auch kein schönes Kleid zum Anziehen für den Ball. Sie setzt sich in ihre Kaminecke und weint.

Da steht plötzlich eine Fee neben Aschenputtel. Die Fee hat Mitleid mit dem fleißigen, hilfsbereiten Mädchen.
Die Fee berührt Aschenputtel mit einem Zauberstab:
Das alte, zerrissene Kleid von Aschenputtel verwandelt sich in ein wunderschönes Kleid. An den Füßen hat sie jetzt zierliche Schuhe aus Glas.

Die Fee sagt zu Aschenputtel: „Du musst um Mitternacht wieder zu Hause sein, weil die Zauberkraft um die Zeit zu Ende geht. Dann siehst du wieder aus wie das Aschenputtel.“

Anschließend zaubert die Fee eine Kutsche herbei. Aschenputtel steigt in die Kutsche und fährt zum Schloss.

Aschenputtel betritt den Ballsaal.
Sie sieht so schön aus, dass alle Leute im Saal sie anschauen und bewundern.
Der Prinz verliebt sich sofort in das schöne Mädchen. Er tanzt den ganzen Abend lang nur mit Aschenputtel.
Aschenputtel ist so glücklich wie noch nie in ihrem Leben.
Sie merkt nicht, wie die Zeit vergeht. Plötzlich ist es wenige Minuten vor zwölf Uhr. Aschenputtel erschrickt und springt auf.

 

Der Prinz ruft: „Halt! Warte doch! Du hast mir deinen Namen noch nicht gesagt.“
Aber Aschenputtel läuft die Schlosstreppe so schnell hinunter wie sie kann.
Dabei verliert sie einen Schuh.

 

 

 

Um zwölf Uhr ist der Zauber zu Ende. Aschenputtel sieht wieder aus wie vor dem Ball. Sie hat wieder ihr altes, zerrissenes Kleid an. Die Stiefschwestern kommen vom Ball nach Hause und sehen, dass Aschenputtel vor dem Kamin schläft wie immer.

Der Prinz sucht im Schloss überall nach Aschenputtel. Auf der Treppe findet er ihren Schuh. Er denkt: „Ich will mit dem Schuh nach Aschenputtel suchen. Alle Frauen sollen den Schuh anprobieren. Wenn der Schuh passt, habe ich die richtige Frau gefunden. Nur diese Frau soll meine Frau werden.“

Am nächsten Morgen reist er mit dem Schuh durch das Land.
Bald steht der Prinz vor dem Haus von Aschenputtel und ihren Stiefschwestern.
Die Stiefschwestern stürzen sich auf den Schuh. Sie wollen beide den Prinzen heiraten.

Die ältere Schwester ruft: „Er passt mir.“ Sie probiert den Schuh an, aber ihre Ferse ist viel zu dick.

Die jüngere Schwester ruft: „Mir passt er bestimmt. Ich möchte ihn anprobieren.“ Sie probiert den Schuh an, aber ihre Zehen sind zu lang.

Der Prinz fragt: „Seid ihr die einzigen Mädchen hier im Haus?“

Die Schwestern antworten: „Es gibt hier noch ein Aschenputtel. Aber die ist nur unsere Dienstmagd.“

Der Prinz meint: „Sie soll trotzdem den Schuh anprobieren.“

Aschenputtel probiert den Schuh an und er passt. Auf einmal kommt auch die Fee wieder und zaubert das herrliche Kleid herbei. Jetzt erkennen der Prinz und die Stiefschwestern das schöne Mädchen vom Ball wieder.

Die Stiefschwestern sind jetzt sehr wütend.
Sie schimpfen: „Du hast uns den Prinzen gestohlen. Er sollte eine von uns heiraten.“
Aber Aschenputtel sitzt schon in der Kutsche, die sie zum Schloss bringen soll.
Keiner interessiert sich mehr für die boshaften Schwestern.

Einige Zeit später feiern der Prinz und das schönste Mädchen im ganzen Land eine prächtige Hochzeit.

ENDE

 

Text: Konni  & Carola; Bilder: Carola

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