Wer war Martin Luther?

„Schau mal. Das hat mir meine Tante aus Wittenberg mitgebracht. Das ist ein Luther-Brötchen.“

Luther? Den Namen habe ich schon mal gehört.
Mein Freund wohnt in der Martin-Luther-Straße.
In Würzburg gibt es eine Martin-Luther-Kirche.
Aber wer war Martin Luther?
Na klar! Martin Luther hat die evangelische Kirche erfunden.

Stopp!!

„Erfunden“ ist nicht richtig.

Das Bunte Blatt erklärt: Wer war Martin Luther?
Hat Martin Luther die evangelische Kirche erfunden?

Kindheit

Martin Luther wird am 10. November 1483 in Eisleben geboren.
Am Sankt Martinstag wird er getauft.
Deshalb entscheiden seine Eltern: Unser Sohn soll Martin heißen.

Martins Vater arbeitet im Bergwerk.
Martins Mutter sorgt für die Familie und pflanzt im Garten Gemüse.
Martin muss der Mutter helfen. Er ist das älteste Kind und hat acht Geschwister.

Schule und Studium

Mit sechs Jahren kommt Martin in die Schule.
Damals gehen nur wenige Kinder in die Schule.
Aber Martins Eltern sagen: „Martin soll lesen und schreiben lernen. Lesen und schreiben ist wichtig.“

Martins Lehrer merken: Martin ist schlau. Martin lernt schnell. 

Martin lernt Lesen, Schreiben, Rechnen und Latein.
Jetzt kann Martin die Bibel und andere wichtige Texte lesen.
Die Bibel und andere Texte sind damals in lateinischer Sprache aufgeschrieben.
Latein ist die Sprache der Gelehrten.
Latein ist damals noch viel wichtiger als heute Englisch.
Auch der Gottesdienst ist in lateinischer Sprache. Aber nur wenige Menschen können Latein.

In der kleinen Schule in Eisleben kann Martin bald nichts Neues mehr lernen.
Deshalb zieht er ohne seine Familie in eine andere Stadt.
Die neuen Lehrer sind streng. Martin hat oft Angst. Aber er lernt schnell und gut.
Am liebsten mag Martin Musik. 

Die Schule ist vorbei. Martins Vater sagt: „Martin soll in Erfurt  Jura studieren. Dann bekommt er eine gute Arbeit.“ 

Aber Jura macht Martin keinen Spaß. Martin denkt: Religion ist viel spannender. 

Im Jahr 1505 besucht Martin seine Eltern.
Der Weg ist weit. Martin muss viele Tage zu Fuß gehen.
Auf dem Heimweg gibt es ein schweres Gewitter. Martin hat große Angst.
Er denkt: Jetzt muss ich sterben. Ein Blitz schlägt neben Martin ein.
Aber Martin überlebt und verspricht: Ich werde Mönch.

Leben im Kloster

Im Kloster studiert Martin Theologie. Bald kennt Martin die Geschichten aus der Bibel sehr gut.
Martin geht nach Wittenberg.
In Wittenberg ist Martin selbst Lehrer.
Er unterrichtet junge Theologie-Studenten.

Aber Martin hat auch Fragen. Martin fragt:
„Bin ich gut genug für Gott?“

Martin liest die Bibel immer wieder. Martin liest die Geschichten von Jesus.

Und plötzlich versteht Martin:
Gott liebt alle Menschen. Gott liebt mich. Gott liebt mich so, wie ich bin.
Martin weiß jetzt: Vor Gott muss ich keine Angst haben. Martin ist glücklich.

Aber viele andere Menschen haben immer noch Angst vor Gott.
Sie denken: Gott bestraft die Menschen, wenn sie Fehler machen.
Du weißt: die Bibel ist in lateinischer Sprache aufgeschrieben.
Nur wenige Menschen können selber in der Bibel lesen.
Der Gottesdienst ist in lateinischer Sprache.
In der Kirche erklärt niemand die lateinischen Wörter richtig. Deshalb haben viele Menschen Angst vor Gott und vor Strafen. Die Menschen kaufen Ablass-Briefe.
In den Ablass-Briefen steht: Du bekommst keine Strafe. 

Die Leute bezahlen Geld für die Ablass-Briefe. Das Geld bekommt der Papst.

Martin ist wütend und traurig. Die Menschen glauben nicht an die Liebe Gottes. Martin weiß aber auch: die Menschen können die Bibel nicht lesen.

Neue Ideen

Martin schreibt 95 wichtige Ideen auf. Die Ideen hängt Martin am 31. Oktober 1517 in Wittenberg an die Tür der Schlosskirche.
Alle Menschen sollen wissen: Gottes Liebe ist ein Geschenk. Gottes Liebe kostet kein Geld.

Für seine Ideen bekommt Martin viel Ärger.
Die Fürsten, die Gelehrten in der Kirche und der Papst sind wütend.
Sie sagen: „Martins Ideen sind gefährlich. Martin soll seine Ideen vergessen.“ Aber Martin vergisst seine Ideen nicht. Im Gegenteil: Martin erzählt überall davon.

Die Freunde von Martin haben Angst um Martin. Sie denken: Vielleicht wollen sie Martin töten.
Die Freunde verstecken Martin ein Jahr lang auf der Wartburg. Dort übersetzt Martin die Bibel in die deutsche Sprache.
Alle Menschen sollen die Bibel verstehen und lesen können.

Entstehung der evangelischen Kirche

Später arbeitet Martin als Professor in Wittenberg.
Martin möchte allen Menschen zeigen: Die Bibel ist spannend.
Jeder kann zu Martin kommen und Fragen zur Bibel stellen.
Jeder kann mit Martin Gottesdienst feiern. Martin erklärt alles auf Deutsch.
So können endlich alle Menschen den Gottesdienst verstehen. 

Immer mehr Menschen hören von Martins Ideen. Die Menschen, die Martin zuhören und zustimmen, nennen sich jetzt evangelisch. Die Menschen gründen neue Gemeinden. Für die Veränderungen gibt es ein besonderes Wort: Reformation

Das alles hat vor genau 500 Jahren angefangen: Am 31. Oktober 1517.
Martin Luther hat die evangelische Kirche nicht erfunden.
Er wollte die Kirche mit seinen neue Ideen verändern.
Aus diesen Ideen ist dann die evangelische Kirche entstanden.

Heute erinnern Menschen auf der ganzen Welt an diesen besonderen Tag.

Text: Sonja; Bilder: pixabay und privat

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