St. Martin

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne….“:

Jedes Jahr um den 11. November herum ziehen Kinder mit bunten Laternen durch die dunklen Straßen und singen dabei Martins- und Laternenlieder. Aber wer war eigentlich der Heilige Martin? Das Bunte Blatt möchte dir die Geschichte von Martinus erzählen, den wir am Martinstag feiern.

Die Kindheit von Martinus

So ungefähr sahen die Soldaten im römischen Reich früher aus.

Martinus wurde im Jahr 317 in einer Stadt in Ungarn geboren. Das ist schon sehr, sehr lange her. Sein Vater war ein Offizier im römischen Reich. Er war also kein „normaler“ Soldat, der zu Fuß gehen musste. Er war ein Offizier, der auf einem Pferd reiten durfte. 

Die Römer waren damals keine Christen. Sie glaubten nicht an einen einzigen Gott, sondern an viele Götter. Der Vater von Martinus mochte besonders den Kriegsgott „Mars“. Martinus bekam deshalb seinen Namen Martinus. Martinus bedeutet „kleiner Mars“.

Martinus sollte auch ein tapferer Soldat werden wie sein Vater. Deshalb ging der Junge oft mit dem Vater zusammen in das Lager, wo die römischen Soldaten waren. 

Martinus hatte schon als Junge viele Freunde. Manche von den Freunden waren Christen. Diese Freunde erzählten Martinus Geschichten von Jesus Christus. Martinus mochte die Geschichten von Jesus. Er wollte auch ein Freund von Jesus Christus werden. Zu Hause durfte er nicht von Jesus erzählen. Der Vater von Martinus mochte die Christen und die Geschichten von Jesus Christus nicht.

 

Martinus wird Soldat

Mit 15 Jahren wurde Martinus Soldat, weil sein Vater das so wollte. Schon bald war er ein Offizier. Offiziere hatten damals mehrere Diener. Die Diener mussten die Offiziere bedienen. Die Diener mussten den Offizieren die Schuhe putzen, die Kleider waschen, die Betten machen, das Essen kochen…. Aber Martinus wollte das nicht. Er wollte so sein wie Jesus, der seine Freunde bedient hat und ihnen die Füße gewaschen hat. Deshalb putzte Martinus seine Stiefel selber und hatte nur einen Diener. Er wollte immer zusammen mit seinem Diener an einem Tisch sitzen und essen.

 

Martinus teilt seinen Mantel

Der Kaiser schickte seinen Soldaten nach Frankreich. Eines Tages waren sie in Amiens. Amiens ist eine Stadt in Frankreich. Dort saß ein Bettler. Der Bettler zitterte. Dem Bettler war es sehr kalt. Martinus sah den armen Bettler. Er nahm seinen Mantel und schnitt den Mantel mit seinem Schwert in zwei Hälften. Die eine Hälfte schenkte er dem Bettler. Er teilte seinen warmen Mantel mit dem Bettler.

 

Martinus träumt von Jesus

In der Nacht träumte Martinus: Jesus steht vor seinem Bett. Jesus hat eine Hälfte von Martinus Mantel in der Hand. Jesus sagt zu Martinus: Was du dem Bettler gegeben hast, hast du mir gegeben.

Nach dem Traum wurde Martinus ein Christ. Er wurde getauft. Martinus war erst 18 Jahre alt.

 

Martinus will kein Soldat mehr sein

Martinus war Christ. Er wollte Gott dienen. Er wollte den schwachen und armen Menschen helfen. Er wollte nicht mehr Soldat sein und gab dem Kaiser sein Schwert zurück.

Der Vater von Martinus wurde deshalb sehr böse auf Martinus. Er wollte nicht, dass Martinus ein Christ wird. Er wollte, dass Martinus weiter Soldat bleibt und kämpft. Aber die Mutter von Martinus wurde später auch Christin.

 

Martinus wird Bischof

Martinus half vielen Menschen. Er tat sehr viel Gutes. Die Menschen mochten Martinus. Eines Tages starb der Bischof aus der französischen Stadt Tours. Die Bischöfe aus den anderen Städten mussten einen neuen Bischof wählen. Auch die Menschen aus der Stadt Tours mussten mit der Wahl einverstanden sein. Die Menschen wollten, dass Martinus der neue Bischof von Tours wird.

Aber Martinus wollte nicht Bischof werden. Er wollte nicht in einem prächtig Haus wohnen und prächtige Kleider tragen. Er war sehr bescheiden. Deshalb versteckte er sich in einem Gänsestall. Aber die Gänse haben so laut geschnattert, dass die Menschen Martinus im Stall fanden. Die Menschen wollten, dass Martinus Bischof wird. Deshalb stimmte er dann doch zu. Er wurde Bischof. Aber er wohnte nicht in einem prächtigen Haus, sondern in einem einfachen Haus aus Holz.

Martinus wurde über achtzig Jahre alt. Wahrscheinlich starb er im November und wurde am 11. November beerdigt. So genau wissen wir das aber nicht. Sein Grab ist in der Kathedrale in Tours in Frankreich. Sein Fest feiern die Menschen seitdem jedes Jahr am 11. November.

Weil Martinus so viel Gutes getan hat, wurde er später der „Heilige Martin“ oder „St. Martin“.

Die Geschichte von Martinus ist ausführlich beschrieben in: Das große Jahresbuch für Kinder – Feste feiern und Bräuche neu entdecken; von Hermine König geschrieben; 1994 im Kösel-Verlag erschienen; ISBN 3-466-36410-8

Martin wird in vielen Ländern in Europa gefeiert. Und so feiern wir den Martins-Tag am 11.November in Deutschland:

 

 

Martins-Zug: Auch heute gibt es noch viele arme und hungernde Menschen auf der Welt (wie den Bettler, dem Martinus geholfen hat). Wir machen einen Martins-Zug mit vielen Laternen, Musik, einem Martin auf einem Pferd und einem Bettler. Meistens spielen der Martin und der Bettler nach, wie Martin seinen Mantel geteilt hat. Mit dem Umzug erinnern wir an das Gute, das Martin getan hat.

 

 

Martins-Gans: Viele Menschen essen am Martins-Tag eine Gans. Warum? Vielleicht, weil die Gänse Martinus im Stall verraten haben. Vielleicht aber auch, weil früher die Bauern im Herbst die fetten Gänse geschlachtet haben. (Wenn sie mir ihrer Arbeit auf den Feldern endlich fertig waren.)Am Martins-Tag feierten die Bauern dann ein Fest und aßen die Gänse. Nach dem Martins-Tag war dann eine lange Fasten-Zeit bis Weihnachten.

 

 

Martins-FeuerIn einigen Gegenden versammeln sich die Menschen nach dem gemeinsamen Martins-Zug um ein Martins-Feuer. Dieses Feuer soll Licht in die dunkle Zeit bringen. Es soll auch an das Gute erinnern, das Martin getan hat.

 

 

 

Martins-Weck (oder Weckmann): Nach dem Umzug bekommen die Kinder oft einen Martins-Weck. Das ist ein Männchen aus Hefe-Teig. Es hat oft Augen aus Rosinen und eine Pfeife aus Zuckerguss.  Früher haben die Kinder am Martins-Tag auch ein Geschenk bekommen. 

 

Martins-Singen: Im Rheinland klingeln die Kinder an den Häusern und Wohnungen von anderen Leuten und singen Martins-Lieder. Dafür bekommen sie Süßigkeiten. (Ähnlich wie an Halloween)

 

 

Text: Konni                       Bilder: Pixabay, Carola

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