Unser Vorlese-Wettbewerb an der Musenbergschule

Was ist ein Vorlese-Wettbewerb?

Bei einem Vorlese-Wettbewerb machen alle mit. Alle zeigen: So gut kann ich lesen.

Jeder Schüler sucht sich einen Text aus. Der Text soll ungefähr 3 Minuten lang sein. Der Text soll spannend oder lustig sein.  Jeder übt seinen Text fleißig.

Warum üben?

Der Text soll interessant vorgelesen werden. Dabei ist es wichtig, dass man spannende oder lustige oder aufregende Stellen erkennt. Der Vorleser kann zum Beispiel seine Stimme verändern. So merkt man: Im Text sprechen verschiedene Personen. Der Vorleser soll laut und leise, langsam und schnell lesen. Einfach so, dass es zu dem Text passt.

Wie läuft der Vorlese-Wettbewerb ab?

Die erste Runde ist in den Klassen. Alle lesen ihren geübten Text. Die anderen Kinder aus der Klasse geben Punkte.

Dann kommt die nächste Aufgabe. Jetzt lesen alle noch einmal. Aber dieses Mal bekommen sie einen unbekanntenText. Das ist gar nicht einfach. Hier gibt es keine Zeit zum Üben. Der Text soll sofort gelesen werden. Und auch hier gibt es wieder Punkte. So hat jede Klasse am Ende einen Klassen-Sieger.

In der zweiten Runde treten die Klassen-Sieger gegeneinander an. Jeder liest wieder einen geübten Text. Und natürlich auch wieder einen unbekannten Text. In der zweiten Runde gibt es auch eine richtige Jury. In der Jury sind Lehrer oder Schulleiter oder auch Personen, die nicht aus der Schule sind. Zum Beispiel Schauspieler, Autoren oder Nachrichtensprecher. Menschen, die oft und gerne lesen.

Ein Vorlese-Wettbewerb bei gehörlosen und schwerhörigen Schülern?

Geht das überhaupt?

Ja klar – die können doch auch lesen!

An der Musenbergschule gab es 3 Wettbewerbe: Einen für die Klassen-Sieger aus den 5. und 6. Klassen. Einen für die Klassen-Sieger aus den 7. und 8. Klassen. Und einen Wettbewerb für die Klassen-Sieger aus den gehörlosen Klassen.

In der Jury bei den schwerhörigen Schülern waren drei Lehrer und ein echter Schauspieler: Wolfgang Seidenberg. Herr Seidenberg hat am Anfang erst einmal allen Schülern von seinem Beruf erzählt. Das war sehr interessant. Und er hat auch selbst etwas vorgelesen. Das war richtig aufregend. Keiner wollte, dass Herr Seidenberg mit dem Vorlesen aufhört. 

 

Dann waren die Schüler dran. Die haben es auch super gemacht! Die Zuhörer waren total gespannt, weil die Vorleser so gut gelesen haben. Für die gehörlosen Zuschauer haben zwei Dolmetscherinnen alles gebärdet. Es war für die Jury nicht einfach, einen Sieger zu finden.

 

In der dritten Runde waren die gehörlosen Schüler dran. Die haben nicht laut vorgelesen – die haben gebärdet. Da haben alle sehr gestaunt. Viele schwerhörige Schüler haben gar nicht gewusst, wie spannend ein Gebärden-Text sein kann. Damit auch alle wirklich alles verstehen, haben die Dolmetscherinnen die Gebärden-Texte laut mitgelesen. In der Jury waren zwei gehörlose Erwachsene und zwei hörende Lehrer. Die hörenden Lehrer haben aber Kopfhörer aufgesetzt. So haben sie nichts gehört und konnten wirklich den Gebärden-Vortrag bewerten. Hier war es auch nicht einfach, einen Sieger zu finden. 

 

Unsere gehörlosen Teilnehmer und die Jury

Wie war der Vorlese-Wettbewerb an der Musenbergschule?

Toll! Alle Schüler, Lehrer und auch die Jury-Mitglieder waren sehr begeistert. Es hat viel Spaß gemacht. Und es hat gezeigt, dass Lautsprache und Gebärdensprache wunderbar zusammenpassen.

Am Ende gab es für alle noch tolle Buchpreise! 

 

Text: Uli, Bilder: Musenbergschule

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