Wie entsteht ein Vulkan? Vulkane, Teil 1

Vulkane

Sonja hat dir vor einiger Zeit erklärt, wie Erdbeben entstehen.

Sicher hast du schon Bilder gesehen, wie ein Vulkan „Feuer spuckt“! Aber woher kommt das Feuer? Es kommt aus dem Inneren unserer Erde!

Ähnlich wie beim Erdbeben, haben auch Vulkanausbrüche mit dem Aufbau unserer Erde zu tun.

Lass uns deshalb nochmal schauen wie unsere Erde aufgebaut ist….

 

Wie ist die Erde aufgebaut?

Die Erde besteht aus Platten und einem heißen Inneren. Das kann doch nicht sein, oder?

Hier zeigt dir das Bunte Blatt nochmals den Aufbau der Erde:

Die äußerste Schicht der Erde ist die Erdkruste. Die Erdkruste ist die dünnste Schicht der Erde. Die Erdkruste ist nicht überall gleich dick. Unter dem Meer ist die Erdkruste ungefähr 6-8 Kilometer dick. Unter den Kontinenten ist die Erdkruste ungefähr 30-40 Kilometer dick. Die Erdkruste besteht aus verschiedenen Platten.

Unter der Erdkruste ist die dickste Schicht der Erde. Diese Schicht heißt Erdmantel. Der Erdmantel besteht aus dem äußeren Erdmantel, der Übergangszone und dem inneren Erdmantel. Der Erdmantel ist 2900 Kilometer dick. Im Erdmantel ist es sehr heiß. Das Gestein im Erdmantel ist teilweise geschmolzen. Deshalb schwimmen die Platten der Erdkruste auf dem flüssigen Erdmantel.

Unter dem Erdmantel ist der Erdkern. Der Erdkern besteht aus dem inneren Erdkern und dem äußeren Erdkern. Der äußere Erdkern besteht aus flüssigem Gestein. Der innere Erdkern besteht zum größten Teil aus Nickel und Eisen. Im Erdkern ist es sehr, sehr heiß. Die Temperatur ist fast 5000 Grad heiß. Durch die Hitze entstehen Schwankungen und Bewegungen im Erdmantel.

 Wie entsteht nun ein Vulkan?

Ihr wisst, die Erdkruste besteht aus vielen Platten, die auf dem Erdmantel schwimmen. Angetrieben durch die Hitze aus dem Erdinneren wandern die Platten sehr langsam. Oft wandern die Platten nur wenige Zentimeter in einem Jahr. Diese „Plattenwanderung“ hat einen besonderen Namen. Der Name ist: Platten-Tektonik.

An den Plattengrenzen reiben die verschiedenen Platten aneinander. Durch die Reibung entstehen große Kräfte: riesiger Druck und gewaltige Spannungen.

Die Erdkruste ist stark. Aber manchmal sind der Druck und die Spannungen so groß, dass die Erdkruste nicht mehr stark genug ist. Dann entladen sich Druck und Spannung in einer Explosion– dem Erdbeben oder auch einem Vulkan.

Dabei gibt es 3 Möglichkeiten wie ein Vulkan entstehen kann: 

1.    Möglichkeit: Platten bewegen sich auseinander

Bewegen sich die Platten nun auseinander, können Risse und Spalten an der Erdoberfläche entstehen. Durch diese Risse kann das flüssige Magma aus der unteren Schicht nach oben kommen.

Kommt das Magma an die Oberfläche, heißt es Lava. Die Lava ist zwar nicht mehr so heiß (800-1000 ˚C) wie das Magma (ca.1000 -1300 ˚C). Dennoch verbrennt die Lava alles, was in ihrer Nähe ist.

Quelle: http://volcanoes.usgs.gov/Products/Pglossary/pahoehoe.html

Die Lava wird nur ganz langsam an der Oberfläche fest: so entsteht aber ein riesiger Hügel, später sogar ein Berg: der Vulkan. Oftmals wird die das Magma durch die Risse in der Erdkruste herausgeschleudert. Das hast du vielleicht schon einmal gesehen: Der Vulkan explodiert!

Viele Vulkane entstehen so. Oft befinden sie sich auf dem Meeresboden. Das siehst du hier:

Vulkan auf dem Meeresboden

Von © Sémhur / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2873005

Wenn diese Vulkane aus dem Meer wachsen, entstehen Inseln. Island ist so entstanden!

 

2. Möglichkeit: Platten treffen aufeinander

Entstehung eines Vulkans an der Subduktionszone

Von Felanox, Quelle: File:Subduktionszone.png, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5501342

Treffen zwei Platten aufeinander, kann sich eine Platte unter die andere schieben. Die untere Platte liegt nun in der „Subduktionszone“. Das kannst du im Bild sehen.

Ein Teil der unteren Platte schmilzt dort. Diese geschmolzene Masse braucht nun Platz. Sie sucht sich einen Weg nach oben. Dort durchbricht die Masse die Erdkruste und wird als Lava und Asche herausgeschleudert.

In Indonesien sind so viele Vulkane entstanden.

 

 

3. Möglichkeit: Platten brennen durch

Von Los688 – myown work, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4618531

Die Erdkruste ist manchmal recht dünn, z.B. unter dem Meer nur 6-8 km. Außerdem gibt es Stellen, wo der Erdmantel besonders heiß ist. Hier ist es möglich, dass dieses heiße Gestein aus dem Erdmantel ein Loch mitten in eine Platte brennt. So kann Magma bis zur Oberfläche kommen. Diese Orte heißen dann „Hotspots“.

Die Erdplatten bewegen sich ständig. So bewegt sich auch das Loch, das sich in die Platten brennt, im Laufe der Jahrtausende weiter. Es entstehen deshalb mehrere Vulkanberge. Aber immer nur der jüngste Vulkan ist auch aktiv.

Ein bekanntes Beispiel für Hotspots ist Hawaii: Die Inselkette ist durch einen Hotspot am Ozeangrund entstanden. Über viele Jahre (Hawaii ist 5 Millionen Jahre alt!) sind so die Inseln entstanden. Sie sind aus dem Meer gewachsen.

 

Wo gibt es die meisten Vulkane auf der Welt?

Es gibt nicht überall auf der Welt Vulkane.

Die allermeisten Vulkane gibt es an den Rändern der Platten: Dort, wo die Platten sich auseinander bewegen oder dort, wo die Platten aufeinander treffen und eine Platte unter die andere abtaucht.

Die Platte im Pazifischen Ozean hat eine sehr lange Grenze zu anderen Platten. Deshalb gibt es hier viel Platz für Erdbeben und Vulkane. Und natürlich gibt es hier auch besonders viele aktive Vulkane, z.B. den Mount St. Helens (USA), Bezymianny (Russland) oder Popocatepetl (Mexiko).

 

Text: Sonja und Martina; Bilder: siehe Bild bzw. Wikipedia (gemeinfrei) und pixabay

 

 

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