Schulstreik für das Klima …!?

Seit über einem Jahr gibt es (oder gab es vor „Corona“) auch in Deutschland in den größeren Städten von Schülerinnen und Schülern freitags „Schulstreiks für das Klima“. Aber wie hat das Ganze angefangen? Und was wollen all die Menschen?

Um das zu erklären, musst du wissen, wer Greta Thunberg ist und was sie und viele andere Menschen wollen.

Wer ist Greta Thunberg?

Greta Thunberg ist ein 17-jähriges Mädchen aus Schweden. Sie will, dass mehr für den Klimaschutz getan wird.

Viele wissen dabei gar nicht, dass Greta mit dem „Asperger-Syndrom“ geboren ist. Es fällt ihr deshalb schwer, die Gefühle und das Verhalten von anderen Menschen zu verstehen. Sie selbst glaubt, dass sie ohne ihr Asperger-Syndrom vielleicht auch nicht so hart für den Klimaschutz kämpfen würde. Für Greta gibt es keine Zwischenlösungen und keine Ausreden – es muss JETZT etwas getan werden!

Was ist überhaupt KLIMA? Und warum verändert es sich?

Mit Klima ist das Wetter an einem Ort gemeint (Sonne, Regen, Schnee, …). Klima ist davon abhängig, wo wir wohnen. Also in den Bergen oder am Meer oder in der Wüste oder … oder … Das Klima hängt aber auch davon ab, wo wir auf der Erdkugel wohnen. Also, ob wir etwa auf der Südhalbkugel oder auf der Nordhalbkugel wohnen. Das Klima ist überall auf der Erde anders. Das Klima auf der Erde kann sich ändern. Normalerweise passiert das nur sehr langsam. Zur Zeit gibt es aber einen „Klimawandel“. Das heißt, das Klima verändert sich sehr schnell. Viel zu schnell. Die Erde wird also schneller wärmer, als es „normal“ ist. So kommt es zu mehr Stürmen, Dürren, Überschwemmungen und das Eis an den Polen (Nordpol und Südpol) schmilzt. Schuld daran sind wahrscheinlich wir – also die Menschen.

Aber WARUM ist das so?

Um die Erde ist eine Hülle, eine Schutzhülle. Man nennt diese Hülle „Atmosphäre“.

Die Atmosphäre ist wichtig für unser Klima. In der Hülle sind viele verschiedene Gase. So auch das Gas Kohlenstoffdioxid (= CO2). CO2 ist in der Luft, obwohl wir es nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken können. Menschen und Tiere atmen das Gas aus. Pflanzen verwandeln das Gas in Sauerstoff. Den Sauerstoff brauchen wir dann wieder zum Atmen. Durch das CO2 auf der Erde wird es warm. Das CO2 in der Atmosphäre hält aber auch die Wärme auf der Erde. Das ist an sich gut. Wenn es aber zu viel CO2 gibt, dann wird die Erde wärmer.

Zum Beispiel wenn wir Strom verbrauchen oder mit dem Flugzeug fliegen oder mit dem Auto fahren und wenn wir viele Dinge kaufen, dann kommt mehr CO2 in die Luft. Das passiert, weil Kohle, Erdgas und Öl verbraucht werden und das wieder CO2 frei setzt. Wenn wir aber mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen, verbrauchen wir kein CO2. Wenn wir mit dem Bus oder der Bahn fahren, verbrauchen wir CO2. Aber da viele Menschen mit dem Bus oder der Bahn fahren, ist es weniger CO2 als alleine mit dem Auto.

Man spricht auch von unserem „CO2-Fußabdruck“. Damit ist gemeint, wie viel CO2 jeder von uns verbraucht. Also je nach dem, was wir essen, wie viel und was wir einkaufen, ob wir mit dem Auto oder dem Fahrrad fahren und und und …

Greta und der Klimawandel

Mit 8 Jahren hörte Greta zum ersten Mal von dem Klimawandel in der Schule und auch, dass wir Menschen daran Schuld haben. Sie fing zum Beispiel an Strom zu sparen, indem sie öfter das Licht ausmachte oder auch kein Fleisch mehr aß.

Aber Greta wurde schnell klar, dass sie mehr Menschen zum Umdenken bringen muss. In der ganzen Welt bekannt wurde sie vor allem durch ihren Schulstreik. Am 20. August 2018 begann sie alleine vor dem schwedischen Reichstag mit ihrem Schulstreik. Dabei zeigte sie ein riesiges Plakat auf dem stand „Skolstrejk för klimatet“ (= Schulstreik für das Klima).

Anfangs streikte Greta 3 Wochen lang jeden Tag. Danach wurde es immer nur ein Tag in der Woche, um in der Schule nicht zu viel zu verpassen. Später ging sie dann erst einmal nicht mehr in die Schule. Greta fragt sich, warum sie für eine Zukunft lernen soll, die es bald nicht mehr geben wird.

„Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute“ (Greta Thunberg im Oktober 2018 auf einer Klima-Demonstration in Helsinki, Finnland).

Außerdem sagt Greta, dass die Erwachsenen sich nicht um die Zukunft kümmern und sie sich deshalb auch nicht an die Regeln der Erwachsenen halten müsse.

Mit „Schulstreik für das Klima“ will sie die Menschen wachrütteln und auf den Klimawandel aufmerksam machen.

Greta wurde zum Vorbild für viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene. Viele Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Ländern gingen freitags auf Demonstrationen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Da diese Demonstrationen immer an Freitagen waren nennt man sie „Fridays for Future“-Demonstrationen (= Freitage für die Zukunft-Demonstrationen).

Seit etwa Januar 2019 ist die „Fridays-for-Future-Bewegung“ auch in Deutschland. Viele Schülerinnen und Schüler gehen in größeren Städten freitags auf die Straßen und nicht in die Schule. Auch sie streiken für den Klimaschutz.

Am 15. März 2019 kam es zu der bisher größten Demonstration: An 2032 Orten in 125 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt versammelten sich ungefähr 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler und auch Erwachsene zum Streiken.

Was will Greta?

Greta Thunberg ist der Klimaschutz sehr wichtig. Sie sagt, dass die jungen Menschen endlich die Erwachsenen und Politiker aufrütteln müssen. Die jungen Menschen müssen für ihre Zukunft kämpfen.

Zum Beispiel sollen

  • mehr erneuerbare Energien  gefördert werden,
  • der CO2-Ausstoß verringert werden,
  • aus der Braunkohle ausgestiegen werden,
  • sich die Länder an das „Pariser Abkommen“ halten – mit dem Ziel, den Anstieg der Temperatur auf der Erde unter 2 Grad Celsius zu halten.

Greta geht nun ein Jahr nicht mehr in die Schule, sondern ist auf der ganzen Welt unterwegs, um für ihre Ziele zu kämpfen. Aber sie hat auch schon die 9-Jährige-Grundschule in Schweden mit besten Noten abgeschlossen. Ab August 2020 will sie dann wieder in die Schule gehen – auf das Gymnasium.

Greta gibt viele Interviews, spricht im Fernsehen und redet auch mit Politikern. Sie fährt zu ihren Treffen mit dem Zug, dem Elektroauto oder dem Segelschiff, weil Fliegen zu umweltschädlich ist. Dafür ist sie oft sehr lange unterwegs. Am 23. September 2019 sprach sie beim UN-Klimagipfel in New York. Dafür ist sie mit dem Segelschiff in die USA gereist!

In ihrer Rede warf sie den Staats- und Regierungschefs aus ungefähr 60 Ländern vor, zu wenig zu tun für den Klimaschutz. So fragte sie:

Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten […] Wie könnt ihr nur weiter wegschauen?“.

Was kannst DU also tun?

Wir alle können VIEL tun!

Zum Beispiel, indem wir

  • öfter mit dem Fahrrad oder mit dem Zug fahren,
  • im Winter die Fenster und Türen gut zu machen, damit keine Wärme hinaus geht,
  • das Licht ausschalten, wenn wir es nicht mehr brauchen,
  • das „STAND BY“ bei Geräten ausschalten,
  • weniger neue Kleidung kaufen und mehr gebrauchte Kleidung tragen,
  • mehr Obst und Gemüse essen, das auch bei uns wächst,
  • weniger Dinge kaufen, die mit Plastik verpackt sind oder aus Plastik sind

UND VIELES MEHR!

Du hast nun sicher auch selbst viele Ideen, was DU für den Klimaschutz tun kannst!

Text: Simone; Bildquellen: Pixabay; Zeichnung: privat

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