Der Elch

Lange Zeit gab es bei uns in Deutschland keine Elche mehr. In den letzten Jahren wurden diese mächtigen Tiere aber wieder öfter bei uns in Deutschland gesehen. Deshalb kannst du hier einige interessante Informationen über Elche lesen.

 

 

 

Zu welcher Familie gehören Elche?

 


Elche gehören zu der Familie der Hirsche. Sie sind aber viel größer als die Hirsche, die wir bei uns schon gesehen haben. Elche haben eine Schulter-Höhe von über zwei Metern. Sie sind damit größer als ein Pferd. Das liegt an ihren langen, schlaksigen Beinen. Der Körper ist im Vergleich dazu eher kurz.

Elche dürfen wir nicht mit Rentieren verwechseln. Beide gehören zur Familie der Hirsche und leben vorwiegend im Norden von Europa. Sie haben aber ein unterschiedliches Aussehen (Ein Elch ist deutlich größer und schwerer als ein Rentier) und andere Verhaltensweisen (Rentiere sind Herdentiere und Elche sind Einzelgänger).

Der weibliche Elch heißt „Elchin“ oder „Elchkuh“, der männliche Elch heißt „Elchhirsch“ oder „Schaufler“. Die Jungtiere heißen „Elchkälber“.

 

Wo leben Elche?

 

Elche mögen gerne kühlere Temperaturen. Deshalb leben sie vorwiegend im Norden von Europa, Asien und Nordamerika. Früher gab es bei uns noch mehr Wald. Da lebten auch bei uns noch mehr Elche.

Heute kommen aber wieder wandernde Elche aus Osteuropa (zum Beispiel aus Polen und Tschechien) nach Deutschland. In Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder in Ostbayern können manchmal Elche entdeckt werden.

Über ein Jahr lang lebte zum Beispiel der Elch „Knutschi“ in Deutschland. Im August 2009 tauchte er plötzlich mitten in der Stadt Chemnitz auf.  Er flohvor der Polizei und sprang  über einen 1,50 Meter hohen Zaun. Dann zog er weiter durch Thüringen nach Hessen. In der Nähe von Kassel hat ihn endlich jemand gefangen und in einem Tierpark gebracht.

 

Was können Elche gut?

 

Elche können sehr weit wandern. Mit ihren langen Beinen können sie über Hindernisse steigen oder springen. Auch auf feuchten Böden oder auf Schnee können sie gut laufen. Dabei helfen ihnen ihre besonderen Hufe: Zwischen den beiden Hufteilen haben Elche eine Haut Die können sie spreizen. Diese Haut ist wie eine Schwimmhaut, und der Huf sinkt nicht so tief ein.

 

 

Elche sind auch gute Schwimmer. Im Sommer durchschwimmen sie zum Beispiel die Flüsse „Oder“ und „Neiße“. Sie können schneller schwimmen als ein Paddler in seinem Boot paddeln kann.

Elche können auch sehr gut tauchen. Bis zu 6 Meter tief kann ein Elch tauchen. Dabei bekommt keine Probleme, denn er kann seine Nasenlöcher verschließen. Er hält dazu auch die Luft an. Er ist die einzige Hirschart, die unter Wasser äsen kann.

Elche können auch sehr hoch springen. Sie springen ohne Anlauf bis zu 2 Meter hoch. Sie bewegen sich normalerweise sehr langsam – wie in Zeitlupe. Wenn man sie aber bedroht, greifen sie blitzschnell an. Sie sind nicht so friedliebend wie sie aussehen. Elche können schnell aggressiv werden und greifen dann auch Menschen an. Sie können ganz schön kräftig mit ihren Hufen zutreten. Damit können gesunde und starke Elche auch Wölfe und Bären besiegen.

 

Was fressen Elche?

 

Elche fressen hauptsächlich Gras, junge Baumtriebe und Wasserpflanzen. Sie können sehr viel fressen. Im Sommer sind es 32kg Nahrung, und im Winter sind es nur 15kg. Im Schnee finden sie nur wenig Futter. Elche fressen aber auch gerne Äpfel, die schon ein bisschen verfault sind. Von den faulen Äpfeln bekommen sie einen Schwips. Schon oft haben Menschen betrunkene und torkelnde Elche beobachtet.

 

Was ist ein „Elchtest“?

 

Elche bleiben sehr gerne auf den Straßen stehen. Dann werden sie häufig von Autos überfahren. Bei diesen Unfällen sind auch schon viele Menschen gestorben. Ein Autotest ist deshalb nach den Elchen benannt: der Elchtest. Dabei muss ein Auto so fahren, als ob es sehr plötzlich um einen Elch herum fahren muss.

 

Wie schwer ist ein Elch-Geweih?

 


Elchhirsche tragen ein Geweih. Damit können sie andere männliche Elche verjagen, wenn sie auf der Suche nach einem weiblichen Elch sind. Das Geweih hat große Schaufeln. Es wiegt ungefähr 20 kg. Das schwerste Geweih von einem Elch wog 36kg! Damit Elche das schwere Geweih tragen können, haben sie kräftige Muskeln auf dem Rücken. Elche werfen ihr Geweih im Winter ab, weil sie dann weniger Gewicht herumtragen können. Im Frühjahr wächst ein neues nach.

 

Paarung und Lebenserwartung

 

Nach der Paarung im Herbst trägt die Elchkuh neun Monate lang ihre Jungen im Bauch, bevor sie ein bis zwei Junge bekommt.

Die Lebenserwartung liegt bei 8-10 Jahren, selten auch bis 16 Jahre. In Gefangenschaft liegt das Höchstalter bisher bei 27 Jahren.

 

 

Text: Konni              Fotos: Louisa Engelskirchen

 

 

 

 

 

 

 

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