Unsere 6 Wochen Abenteuer in Ladakh

Letztes Jahr in den Sommerferien waren wir sehr weit weg von zu Hause: Wir waren 6 Wochen in Ladakh! Ladakh ist ein Teil von Indien. So wie auch Bayern ein Teil von Deutschland ist.
Wir, das bin ich (Daniela und Mama), Hans-Jochen (Papa) und unsere zwei Töchter Diana (10 Jahre) und Viola (8 Jahre).

Wo ist Ladakh?

Ladakh liegt im Himalaya ganz im Norden von Indien. Es ist an der Grenze zu Tibet (China) und Pakistan.
Die Hauptstadt Leh (Foto) ist in 3500 m Höhe. Das ist sehr hoch! 500 m höher als der höchste Berg in Deutschland.


In Ladakah gibt es sehr viele Berge. Oft sind diese Berge über 7000 m hoch.
Im Winter ist es dort sehr kalt, im Sommer heiß und trocken.

Warum sind wir nach Ladakh gefahren?

Ich bin Lehrerin an einer Schule in der Nähe von München. Unsere Schule hilft einer Schule in der Hauptstadt Leh.
Wir wollten die Schule besuchen und sehen, wie die Kinder dort lernen und leben. Und natürlich wollten wir auch das Land und die hohen Berge sehen!
In Ladakh ist es nicht normal, dass alle Kinder in die Schule gehen. Die Schule kostet dort Geld und die Leute sind arm. Deshalb können nicht alle Kinder in die Schule gehen. Viele müssen zu Hause bleiben und den Eltern bei der Arbeit helfen.

Wie ist es in der Schule in Ladakh?

Wir haben zwei Schulen in Ladakh besucht. Eine sehr große Schule mit 3500 Schülern in der Hauptstadt Leh und eine sehr kleine Schule in einem Dorf in den Bergen (Foto).


Die Kinder gehen dort schon mit 3 oder 4 Jahren in die Schule. Dort müssen sie gleich 3 Sprachen lernen: Englisch, Hindi und Tibetisch. Die Sprachen haben auch verschiedene Buchstaben. Das ist sehr schwierig! Zu Hause sprechen sie aber mit ihren Eltern nur Tibetisch oder Ladakhi.
Viele Kinder wohnen auch in der Schule, weil ihr Dorf zu weit weg von der Schule ist. Sie sehen ihre Elten nur selten. Andere Kinder kommen aus Nomaden-Familien. Das heißt, dass die Familien kein festes Zuhause haben und mit ihren Tieren von Ort zu Ort weiter ziehen. Diese Kinder wohnen dann auch in der Schule.

Was ist anders in Ladakh?

Alles ist anders!
In der Hauptstadt Leh ist es laut und staubig. Die Straßen sind sehr eng und es wird viel gehupt. Überall laufen Kühe frei auf den Straßen. Auch Hunde gibt es viele. Sie haben meistens eklige Flöhe.
Die Menschen auf dem Land pflanzen Gemüse, Kartoffeln und Obst selbst an. Wenn etwas übrig bleibt, verkaufen sie es auf dem Markt. Es wird sehr viel ohne Maschinen gemacht: Auf den Feldern wird das Getreide von Hand angebaut und geerntet. Auch Häuser und Straßen werden mit den Händen gebaut. Das ist sehr harte Arbeit!
Die Menschen dort sind sehr arm, aber oft glücklich!

Was haben wir sonst erlebt?

Wir sind sehr viel gewandert. Das ist in Ladakh sehr anstrengend, weil die Berge sehr hoch sind. Die Luft ist sehr dünn und man kommt schnell außer Puste.
Wir sind in sehr weit entfernte Dörfer gekommen. Dort kommt man nur zu Fuß oder mit dem Pferd hin.


Hier leben auch Kinder. Diana und Viola haben immer schnell neue Freunde gefunden. Sie haben gemeinsam Fußball gespielt, Pilze gesammelt, Vogelnester gesucht und viel Blödsinn gemacht.

Manchmal durften wir mit den Familien essen. Es gab meist Reis, Linsen und Gemüse. Und hui, war das Essen scharf!
Einen Tag sind wir auf Pferden weit in die Berge geritten. Am Gipfel hat es geschneit, aber kurz darauf kam die Sonne heraus. Die Landschaft sah so schön aus!

Es gibt in Ladakh auch Kamele und richtige Dünen aus Sand – wie in der Wüste! Wir durften auf den Kamelen reiten. Das war sehr lustig! Man sitzt zwischen den beiden Höckern und es schaukelt sehr. Auf das Kamel kann man nur steigen, wenn das Kamel auf dem Boden kniet. Steht das Kamel auf, kommen zuerst die Hinterbeine, dann die Vorderbeine. Da mussten wir gut aufpassen, dass wir nicht herunterfallen!

Was fanden wir besonders toll?

Viola (8 Jahre):
Einmal sind wir sehr weit gewandert. Als wir endlich da waren, gab es keinen Bus zurück nach Leh. Wir waren sehr müde und kaputt. Da hat ein Polizeiauto angehalten und uns bis zur nächsten großen Straße mitgenommen. Wir mussten ganz eng neben den Polizisten sitzen. Diese hatten ihre Maschinengewehre auf dem Schoß. Das war für uns sehr komisch!
An der großen Straße hat uns dann ein Taxi mitgenommen. Das Taxi war aber schon voll! Trotzdem durften wir noch mitfahren. Wir saßen mit 9 Leuten in einem Auto, das hier in Deutschland nur mit 5 Leute fahren darf. Und natürlich alles OHNE Gurt!

Diana (10 Jahre):
Als wir einmal wandern waren, haben 4 Esel unser Gepäck getragen. Die Esel waren sehr süß und brav! Aber gleich am Anfang mussten die Esel über einen großen Fluss. Die Menschen mussten über zwei Rohre aus Eisen über den Fluss balancieren. Aber die Esel waren schwer beladen. Plötzlich rutschte der kleinste Esel aus und wäre fast von dem Wasser mitgerissen worden. Gott sei Dank konnte ein Mann den Esel noch wieder auf die Beine helfen. Sonst wäre der Esel mit dem ganzen Gepäck in dem reißenden Fluss davon geschwommen und sicher ertrunken! Unsere Schlafsäcke und Kleidung waren danach nass. Wir waren aber sehr froh, dass alles gut ausgegangen ist!

Mit dem Seilzug über den Fluss

 

 

 

 

 

 

Daniela (Mama):
In einem Dorf waren wir zu einer Hochzeit eingeladen. Eine Hochzeit dauert in Ladakh fast eine Woche! Das ganze Dorf und alle Verwandten feiern zusammen. Aber nur am letzten Tag feiern auch die Braut und der Bräutigam zusammen.
Alle tragen ihre schönste Kleidung. Die Braut trägt viel Schmuck und einen Hut. Dieser ist mit wertvollen türkisen Steinen bestickt und wiegt fast 5 Kilogramm!
Ich musste auch selbst gemachtes Bier und Buttertee trinken. Buhhh, das hat mir nicht geschmeckt! Alle anderen Gäste fanden es aber sehr lustig mir beim Trinken zu zuschauen!

Hans-Jochen (Papa):
Ich konnte auf 3 sehr hohe Berge steigen. Alle waren über 6000 m hoch. Es gibt dort keine Wege. Ich musste mir also den Weg selbst suchen. Das war oft schwierig.
Die große Höhe machte das Schnaufen sehr anstrengend. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht!

Alle:
Ladakh ist ein tolles Land mit vielen netten und sehr freundlichen Leuten. Es waren tolle 6 Wochen, auch wenn sie manchmal anstrengend waren.
Wir hoffen, dass wir bald einmal wieder eine große Reise in ein fernes Land machen können!

Liebe Grüße

Daniela, Hans-Jochen, Diana und Viola

Fotos: privat

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