Muhamad aus Syrien

Das sind Muhamad und Jonas. Sie sind Freunde.

Muhamad kommt aus Syrien und ist seit 6 Monaten in Deutschland.

2015_07_07 Muhamad Freund

2015_07_07 Niederbayern Karte - 2Jonas kommt aus Bogen bei Straubing. Sie verstehen sich gut. Jonas sitzt in der Schule neben Muhamad und wohnt nicht weit weg von Muhamads Haus. Jonas wohnt mit seinen Eltern und Geschwistern in einem großen Haus.

Muhamad lebt mit 37 Personen in einem Haus mit Menschen aus Arabien, Afghanistan, dem Kongo, Nigeria und dem Iran. Er wohnt mit seinem Vater in einem Zimmer. Es gibt nur eine Küche mit zwei Kochherden, die müssen sich die Bewohner teilen.

Warum wohnt Muhamad nur mit seinem Vater in Bogen?

Muhamads Mutter ist mit seinen zwei jüngeren Geschwistern noch in Jordanien. Das macht Muhamad oft traurig und deshalb kann er sich auch nicht immer so gut in der Schule konzentrieren.

2015_07_07 Syrienkarte - 2In Muhamads Heimat ist ein schlimmer Krieg. Sein Haus ist zerstört und es ist nun viel zu gefährlich, dort zu wohnen. Viele Leute mussten fliehen. Er hört oft, wie sein Vater mit seinen beiden Mitbewohnern, die auch aus Syrien kommen, über den Krieg spricht. Es sind schon viele Freunde und Verwandte gestorben. Muhamads Vater macht sich auch viele Gedanken, wie es weitergehen soll: ob er in Deutschland bleiben kann, ob er einen Pass bekommt und ob er später Arbeit findet. Dann endlich können auch seine Mama und seine Geschwister nach Deutschland kommen und bei ihnen wohnen. Das wäre super!

Jonas sagt jeden Tag zu seinem Freund: „Du musst Deutsch lernen, damit wir dich besser verstehen können und du in der Schule besser mitkommst.“ Er hilft ihm manchmal bei der Hausaufgabe und auch in der Schule. In der Schule gibt es freundliche Menschen, die Muhamad helfen, schneller Deutsch zu lernen. Er bekommt Förderunterricht in der Schule und wird einmal in der Woche von einer ehrenamtlichen „Sprachpatin“ betreut.

Muhamad hat im Heim zwei große Freunde, Juman und Fauzi. Das sind zwei Studenten aus Syrien, die auch im Heim wohnen. Sie möchten gerne in Deutschland studieren, Juman Politik und Fauzi Jura. Das hat Fauzi schon in Syrien getan, als dort noch kein Krieg war. Die beiden üben jeden Abend mit Muhamad und seinem Papa Deutsch, sie sind auch mit ihm zum Augenarzt gegangen und haben ihm Turnschuhe besorgt. Die Turnschuhe braucht Muhamad, weil er jetzt im Fußballverein von Oberalteich ist.

Jonas hat Muhamad gefragt: „Spielst du gerne Fußball?“. Da hat Muhamad gestrahlt: „Ja, das ist mein Lieblingssport, das habe ich in Syrien auch gespielt“. Jetzt holt Jonas ihn jeden Mittwoch ab. Muhamad wird vom Trainer sehr gelobt, er ist ein schneller Mittelstürmer. Im Verein hat er auch neue Freunde gefunden, die ihn schon zum Geburtstag eingeladen haben.

2015_07_07 Muhamad Fussball Jetzt geht es Muhamad schon viel besser, weil er nicht mehr so oft alleine mit den Erwachsenen im Heim ist. Sein Deutsch hat sich auch schon sehr verbessert.
Muhamad weiß nicht, ob er in Deutschland bleiben wird. Sein Land war vor dem Krieg sehr schön. Muhamads Vater hofft, dass es bald wieder Frieden gibt und dass sie in ihre Heimat zurückkehren können. Aber das kann noch sehr lange dauern.

Bis dahin wollen seine Lehrer, seine Freunde und Jonas Muhamad helfen, dass er sich in Bogen ein wenig wie zu Hause fühlt. Er soll öfter so fröhlich sein wie beim Fußballspielen mit seinen neuen Freunden.

(Text und Fotos: H. Weber; Bilder: D. Haas)

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